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Was tun bei ständiger Erschöpfung und Energiemangel?

Erschöpfung. Ständige Müdigkeit. Die Batterie ist ständig leer. Du würdest ja gerne, aber es geht einfach nicht?

Nichts scheint zu helfen. Das ist wohl dein Schicksal. Ein Leben mit chronischem Energiemangel. Doch was wäre, wenn es einen Ausweg gibt?

Es wäre fahrlässig, zu behaupten, dass es immer in deiner Hand liegt. Dass du nur einfach dein Verhalten ändern müsstest und dann wäre alles wieder gut. Chronische Erschöpfung kann viele Ursachen haben. Einer Sache kannst du dir jedoch sicher sein: Du hast einen Einfluss. Du kannst etwas verändern.

Chronische Erschöpfung

Dauerhafte Erschöpfung und Müdigkeit macht absolut keinen Spaß. Die Lebensqualität der Betroffenen kann dadurch stark eingeschränkt werden. Wichtig ist, dass wir schon erste Symptome ernst nehmen.

Dabei geht es nicht um solche Situationen, in denen man sich mal nicht gut fühlt. Nicht immer schläft man gut. Manchmal gibt es auch anstrengende Phasen. Einen überfällt ein Infekt. Das ist Teil des Lebens.

Wenn du dich jedoch über einen langen Zeitraum immer erschöpft und müde fühlst, solltest du es nicht auf die leichte Schulter nehmen. In vielen Fällen ist es ein Zeichen, dass wir uns nicht gut um uns selbst kümmern.

Erstmal ist das nicht kritisch. Doch wenn dieser Zustand zum Normalzustand wird, ist das absolut nicht gut. Es kann sogar passieren, dass wir es gar nicht mehr anders kennen. Ständig aus dem letzten Loch pfeifen. Am Ende unserer Kräfte sind. Uns nur noch Kaffee über den Tag bringt.Unser Körper kann einen ungesunden Lebensstil teilweise sehr lange kompensieren – bis er es dann nicht mehr kann. Wer sich und seinem Körper nicht ausreichend Zeit zur Regeneration gibt, läuft Gefahr, dass sich das Ganze verselbstständigt, verschlimmert und chronisch wird.

Mögliche Ursachen

Eine chronische Erschöpfung kann vielfältige Ursachen haben. Meistens kommen mehrere Faktoren zusammen. Nicht umsonst spricht man auch von einem Erschöpfungssyndrom. Um nur ein paar mögliche Ursachen zu nennen:

  • (Virus-)Infekt
  • Vergiftung (z.B. Schwermetalle)
  • Störung des Immunsystems
  • Störungen des Energiestoffwechsels bzw. Störung der Mitochondrien
  • Allergien
  • Stress
  • Nährstoffmangel
  • Schlafmangel
  • Störung im Hormonhaushalt

Dass es so viele verschiedene mögliche Ursachen für eine Erschöpfung gibt, macht es natürlich nicht einfacher. Doch da es in den allermeisten Fällen nicht nur eine Ursache gibt, kann man immer anfangen seinen Lebensstil zu verändern. In den allermeisten Fällen unterstützt eine gesunde Lebensführung eine Behandlung. Manchmal verschwinden die Symptome sogar alleine dadurch.

Erste Hilfe: Was tun bei chronischer Erschöpfung?

Fühlst du dich ständig erschöpft? Hast du meistens das Gefühl, nicht genügend Energie zu haben. Weißt du nicht, was du tun kannst? Fühlst du dich hoffnungslos? Die folgenden 3 Schritte geben dir Orientierung.

1. Schritt: Erschöpfung ernst nehmen und akzeptieren

Akzeptiere die Situation, so wie sie gerade ist. Egal wie schmerzhaft oder unangenehm die Situation auch sein mag, akzeptiere sie. So ist es momentan einfach.Es bringt absolut keine Pluspunkte, dir einzureden, dass alles nicht so schlimm sei. Zu versuchen, einfach mit allem weiterzumachen, wird die Situation sicherlich nicht besser machen.Wenn dich die ständige Erschöpfung momentan einschränkt, dann ist es so. Ziel sollte es sein, diesen Zustand dauerhaft zu verändern. Jedoch nicht ihn zu ignorieren.Das kann bedeuten, dass du dich erstmal mit einigen Themen zurücknehmen musst. Es gibt sehr viele Sachen, die einem extrem viel Energie ‘rauben’. Versuche, solche Sachen in deinem Leben zu identifizieren und sie – zumindest vorübergehend– aus deinem Leben zu verbannen.Die Situation könnte auch eine gute Gelegenheit sein, dass du dich darauf besinnst, was dir momentan wirklich wichtig ist. Du musst nicht gleich zu einem Essentialisten werden, doch oft kann die Reduktion auf das Wesentliche kleine oder sogar große Wunder bewirken.

2. Schritt: Sei kein Einzelkämpfer

Suche dir professionelle Hilfe. Natürlich ist das nicht in allen Fällen möglich. Doch besonders, wenn du schon lange mit Erschöpfung kämpfst, ist es sehr ratsam, dir Unterstützung zu holen.Anhand einer Anamnese sowie einiger Tests (z.B. kinesiologischer Muskeltest und umfangreiches Blutbild) ergeben sich erste Indizien. Anschließend können gezielt mögliche Ursachen überprüft werden. Gibt es einen Mangel an bestimmten Nährstoffen, Enzymen o.ä.? Liegt eine Vergiftung vor?Ein normales Blutbild, wie es häufig beim Hausarzt gemacht wird, reicht oft nicht aus. Trotzdem ist es schon mal ein guter Anfang.

3. Schritt: Selber aktiv werden

Du musst auf nichts und niemanden warten. Werde jetzt aktiv und tue die ersten Schritte. Es gibt so viele Dinge, die du in fast allen Situationen tun kannst.Übernimm Verantwortung für dich und deine Situation. Wenn du nicht möchtest, dass es dir immer so geht, dann ändere etwas.Was du nicht willst: Etwas machen, was dich stresst und viel Energie kostet. Du willst dir etwas Gutes tun. Dich zu einer intensiven Trainingseinheit zu zwingen, zählt definitiv nicht dazu.Stattdessen solltest du Dinge tun, die die Regeneration fördern. Allgemein dein Wohlbefinden verbessern. Deinen Körper stärken.

Praktische Strategien bei chronischer Erschöpfung

Es ist immer einfach zu sagen, jemand soll einfach selbst aktiv werden. Natürlich ist es nicht so einfach. Um dich nicht alleine zu lassen, habe ich dir folgend einige Anregungen aufgeführt. In Orientierung an den Säulen der Gesundheit kannst du in verschiedenen Bereichen deines Lebens aktiv werden. Überlege dir: Womit kann ich mit sehr geringem Aufwand einen möglichst großen Effekt erzielen?

Mindset

Unser Mindset ist wohl die größte Stellschraube der meisten Menschen. Egal welche Ziele wir verfolgen, ob erfolgreich sein, unsere Gesundheit verbessern oder mehr Energie im Alltag haben, unser Mindset limitiert uns oft.Sind es nicht unsere Denkmuster, unsere Einstellung, die bestimmt, wie wir mit Situationen umgehen? Wie siehst du deine momentane Situation? Wie bewertest du sie? Siehst du es als Chance? Siehst du dich als Opfer?

Lies Bücher

Dir fehlt die Energie dafür, Bücher zu lesen? Es ist zu anstrengend? Du liest diesen Artikel, oder etwa nicht? Mal ganz ehrlich: Selbstmitleid und dich in die Opferrolle begeben, wird dir nicht helfen. Mach dir selber bitte nichts vor.Mir ist bewusst, wie schwer es sein. Wie unmöglich etwas aussehen kann. Doch keiner sagt, du sollst jeden Tag 1 Buch lesen. Wenn es nur ein paar Seiten sind, dann sind es halt nur ein paar Seiten. Schau selbst, was machbar ist.

Reflektiere dein Leben

Indem du dir ein paar einfache Fragen stellst, kannst du dein Leben reflektieren. Ziel ist es, dir bestimmte Dinge bewusst zu machen. Es muss nicht direkt darum gehen, dass du die bzw. eine Ursache für deine Erschöpfung findest.Nimm folgende Fragen als Anregung:

  • Wie fühlst du dich – außer müde und erschöpft?
  • Wofür bist du dankbar in deinem Leben?
  • Was erschöpft dich in deinem Leben? Was raubt dir Energie?
  • Wenn du keine Erschöpfung spüren würdest, wie würde es sich anfühlen? Was würdest du tun?
  • Gehst du etwas aus dem Weg? Verdrängst du einige Themen?
  • Kannst du durch die Erschöpfung etwas nicht angehen bzw. etwas nicht tun? Hältst du dich vielleicht selbst davon ab – Stichwort Selbstsabotage?
  • Tust du Dinge, die dir und deinem Wesen widersprechen? Willst du Sachen wie z.B. deine Arbeit eigentlich gar nicht tun? Tust du sie trotzdem? Zwingt dich dein Körper vielleicht dazu, weniger zu tun?
  • Wie viel tust du nur für dich selbst?
  • Wie wichtig sind dir andere? An welcher Stelle stehst du?
  • Gibt es etwas, das du sehr gerne tun würdest, aber aus verschiedenen Gründen nie getan hast?
  • Was sind sehr einfache Schritte, die du selbst als nächstes tun kannst, damit es dir besser geht?

Ernährung

Dein Körper kann nicht funktionieren, wenn ihm die benötigten Nährstoffe fehlen. Du erwartest wohl auch nicht, dass du mit dem Auto fahren kannst, wenn kein Treibstoff im Tank ist. Außer du hast natürlich ein Elektroauto. Doch das Prinzip ist gleich: Ohne Power nichts los.Unser Organismus ist deutlich komplexer. Wir benötigen weit mehr, als einfach nur einen bestimmten Treibstoff. Oft denken wir nur an die zugeführte Energie. Doch Kilokalorien sind bei weitem nicht alles. Es fehlt uns trotzdem an Baustoffen und vor allem Werkzeugen.

Neben den Makronährstoffen benötigen wir auch Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe. Gerade die letzteren werden oft völlig vernachlässigt.Für die Praxis ist vor allem eins wichtig: Du willst deinen Körper mit Vitalstoffen überschwemmen. Es sollte an nichts fehlen. Ein guter Anfang ist mehr Obst und vor allem Gemüse in die Ernährung zu integrieren.Gleichzeitig solltest du vermeiden Schadstoffe zu dir zunehmen. Eigentlich nur logisch oder? Schließlich willst du dich nicht noch mehr belasten. Je mehr Energie unser Körper für die Entgiftung verwenden muss, desto weniger bleibt für andere Sachen.In der Praxis heißt das: Vor allem Pestizide, Medikamentenrückstände und Umweltgifte so gut es geht meiden. Weiterhin keine künstlichen Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe oder Farbstoffe wählen. Aber auch Sachen wie Industriezucker solltest du meiden. Die Wahl sollte bei möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln liegen. Damit kommst du den Grundlagen einer gesunden Ernährung ein gutes Stück näher.

Ganz konkrete Anregungen:

  1. Trinke ausreichend vitalisiertes und gefiltertes Wasser
  2. Iss mehr Obst und Gemüse
  3. Integriere Grüne Smoothies in deinen Alltag
  4. Wie wäre es mit Fasten bzw. Saftfasten zur Entgiftung und Entlastung (In Absprache mit einem geeigneten Arzt)

Bewegung

Bewegung und allgemein körperlicher Widerstand ist für uns überlebenswichtig. Langfristig zu wenig Bewegung fördert eher Erschöpfung und Müdigkeit.

Nun solltest du dich nicht gleich auf intensive Trainingseinheiten stürzten. Das ist ein häufiger Fehler. Sobald man sich besser fühlt, will man es jetzt ‘richtig machen’. Doch das kann dann mehr schaden als helfen.Gerade anfangs solltest du nicht zu viel machen. Die Intensität sollte ruhig niedrig sein. Schließlich will du den Körper unterstützen und nicht noch zusätzlich belasten. Vergiss alles bezüglich Trainingseffekt. Dein Ziel sollte es sein, regelmäßig Bewegung in deinen Alltag zu integrieren.Vermeide es, dich auszupowern. Auch wenn du meinst, dass es dir gerade gut geht. Das könnte nur wieder eine zu starke Belastung sein. Stattdessen solltest du Wohlbefinden anstreben. Dir sollte es bei und nach der Bewegung wirklich gutgehen. Versuche ganz allgemein, mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren.

Zu Beginn bieten sich Sachen an wie:

  • Spazierengehen
  • Yoga
  • Sehr einfache Mobilisation- und Fitnessübungen

Entspannung

Fühlst du dich öfters so richtig entspannt? Hast du genügend Ausgleich? Oder bist du immer nur am Machen und Tun?Ausreichend Erholung und Entspannung ist wesentlich für unser langfristiges Wohlbefinden. Oft sind wir unter ständiger Anspannung und Leistungsdruck. Nicht nur auf der Arbeit sondern auch Zuhause und in der Freizeit sind wir unentwegt unter Strom.

Dabei ist es so wichtig, einfach mal nichts zu tun. Einfach mal bewusst loszulassen. Mal nur zu sein. Sich wirklich zu entspannen. Nicht indem wir uns ablenken. Sondern uns voll uns ganz auf die Entspannung einlassen.Es bieten sich unzählige Möglichkeiten an. Natürlich musst du dafür nicht alleine sein. Oft ist es hilfreich, da du dich so nur auf dich fokussieren musst bzw. kannst. Falls es für dich jedoch hilfreich ist, kann es auch mit dem Partner, in einer Gruppe oder auch im Rahmen einer Behandlung geschehen. Am besten du probierst einfach aus, was dich anspricht. Einige Anregungen:

  • Meditation
  • Yoga
  • Feldenkrais
  • Massagen
  • Körperarbeit z.B. Grinberg-Methode

Umgebung

Deine Umgebung hat einen riesigen Einfluss auf dich. Unzählige Faktoren können zur Erschöpfung beitragen. Gleichzeitig kann unsere Umgebung auch förderlich für uns sein. Uns Halt geben und Entspannung fördern.Natürlich kannst du nicht alles beeinflussen und ändern. Doch es gilt sich auf die Faktoren zu fokussieren, die du beeinflussen kannst. Versuche folgende Faktoren zu vermeiden bzw. positiv zu beeinflussen:

  • Viel Lärm
  • Ständig Hektik
  • Schlechte Luftqualität
  • Negativer „Elektrosmog“ wie z.B. W-Lan
  • Energieraubende Mitmenschen
  • Unfreundliche Kommunikation und schlechtes Miteinander
  • Umweltgifte

Oft unterschätzen wir, welch großen Einfluss unsere Mitmenschen haben. Wir sollten versuchen, so viel Zeit wie möglich mit Menschen zu verbringen, die einen positiven Einfluss auf uns haben. Gleichzeitig sollten wir weniger Zeit mit Menschen verbringen, die einen negativen Einfluss auf uns haben.

Es gibt Menschen, die dir Energie geben und es gibt Menschen, die dir Energie rauben.Gerade wenn wir unsere Umgebung nur wenig ändern können, bietet sich ein Tapetenwechsel an. Einfach mal für ein paar Tage wegfahren, kann schon einen großen Unterschied machen. Ansonsten muss es manchmal die große Veränderung sein. Ein neuer Job. Die Partnerschaft beenden. In eine andere Stadt oder anderes Land ziehen.Solche Schritte sind natürlich nicht die erste Wahl. Doch wenn andere Versuche scheitern, sollten wir uns nicht damit zufrieden stellen. Schließlich geht es um dich. Deine Gesundheit. Dein Leben.

Fazit

Chronische Erschöpfung kann enorme Einschränkungen für die eigene Lebensqualität bedeuten. Doch anstatt sich einfach damit abzufinden, solltest du versuchen, etwas daran zu ändern. Auch wenn es oft nicht so aussieht, hast du sehr viele Möglichkeiten, deine Situation zu verändern. Hole dir wenn nötig Unterstützung. Doch auf jeden Fall werde selbst aktiv. Mit vielen kleinen Schritten kannst du die Erschöpfung hinter dir lassen und ein völlig neues Lebensgefühl entwickeln.

Simon Schubert
 

Simon ist studierter Gesundheitsmanager und Gründer von Perspektive Gesundheit. Er unterstützt Menschen bei der Umsetzung einer gesunden Lebensweise.

  • michael sagt:

    Wie so oft fehlt die Erwähnung der heutigen Dauerberbelastung durch Elektrosmog. Eine enorme Belastung die müde macht.

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